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„Wer braucht Querdenker?“

Egal welche Samstags-Personalbeilagen oder Fachmagazine man liest, es gibt hier zu Hauf, Dutzende Tipps hinsichtlich Führungsmethoden, Recruiting und sonstige hilfreiche Informationen, wie man Personal führt oder eben nicht führen sollte und wie man sich als Vorgesetzter korrekt gegenüber seinen Mitarbeitern verhalten sollte. All diese Dinge stehen natürlich auch ganz im Zeichen der aktuellen Wirtschaftslage. Sehr viel, von dem publiziertem kann wahrlich ernst genommen werden, ergibt Sinn und spiegelt auch Moral, Anstand und Ethik wieder – einfach so wie es auch laut  Lehrbuch (oftmalig weniger in der Praxis) vorgesehen ist. Eine der zurzeit beliebtesten Eigenschaften hinsichtlich Mitarbeiterattribute ist das „Querdenken“, aber was bedeutet das eigentlich?  Nun, als Querdenker wird derjenige bezeichnet, der nicht sofort vorgegebene Wege „geradeaus“ denkt, sondern versucht eine Sache auch mal von einer nicht üblichen Seite aus, also „quer“, zu betrachten.

Bei vielen Veranstaltungen zu diesem Thema werden die Teilnehmer aufgefordert auch einmal das Querdenken auszuprobieren, um so andere Lösungsansätze gewinnen zu können, das Querdenken mit ins Unternehmen zu bringen, andere zu motivieren es auch zu probieren – alles natürlich im Rahmen des realistisch Umsetzbaren!

Eine herausragende Veranstaltung zu diesem Thema war neulich der Kongress „querdenker 09“ für Gastronomie und Hotellerie im Linzer Bergschlößl. Einige der Kernaussagen dieser Veranstaltung waren: „Niemals etwas versprechen, was nicht gehalten werden kann – der Gast will nicht angelogen werden!“, Beschwerden positiv aufnehmen – Der Gast macht die Qualitätssicherung“, „Erfolg hat derjenige, der seine Gäste kennt, wer sich selbst kennt, wer authentisch ist und wer getreu dem Grundsatz: ‚what you see is what you get‘ vorgeht“.

Aber was passiert, wenn ein offen und modern denkender Mitarbeiter in seinem Unternehmen versucht quer zu denen? Jetzt ist es so, dass es Querdenker oftmalig nicht leicht haben, gelten sie doch wegen ihres unkonventionellen Zugangs zu verschiedenen Dingen vor allem in herrschaftlichen Unternehmensstrukturen oftmalig als Querulanten. Einige Zeitgenossen vor allem in Entscheidungspositionen fühlen sich derart in ihrer Rolle durch Querdenker gestört, dass sie letztendlich versuchen, diese Mitarbeiter einfach loszuwerden. Aber warum fühlen sich diese Personen  eigentlich gestört? Ich denke, dass hier neben Eitelkeiten und Intoleranz auch die oftmalig unbegründete  Angst der eigenen Position (oder die Angst des Verlierens der Rechtfertigung der eigenen Existenz im Unternehmen) eine Rolle spielt, denn es ist schon so, dass viele Führungskräfte mit Mitarbeitern, die unkonventionelle Ideen haben, schlichtweg überfordert sind. 

Conclusio:  Jemand, der zwischen bekannten Fakten neue, ungewöhnliche Gedankenverbindungen herstellen und Zusammenhänge erkennen kann und so auf neue Ideen kommt ist keine Gefahr, sondern kann maßgeblich zu einem positiven Unternehmenserfolg beitragen. Dies muss im Zentrum unseres wirtschaftlichen Handelns sein! Dieser Mann oder diese Frau schwimmt nicht mit dem Strom, geht nicht mit der Meute, sagt den Entscheidungsträgern nicht was diese vielleicht hören wollen, sondern Ihm oder Ihr ist es vom ganzen Herzen daran gelegen, dass das Unternehmens erfolgreich weiter besteht und sich von der Maße abhebt. Also binden wir Querdenker positive in Prozesse mit ein!

Kommentar von Siegfried W. Dörre, Obmann der Sektion Wien





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