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Köche gegen den HungerDer Weltkongress in Chile rückt näher und daher möchte ich mich mit einem besonderen Thema an euch zu wenden. Beim Lesen des Economist am Flughafen Heathrow fand ich einen interessanten Artikel mit dem Thema: Ernährung der Welt. Ich kam dabei zur Überzeugung, dass wir uns damit schon viel früher beschäftigen hätten sollen, aber es ist nie zu spät. Wir wurden zu bequem und haben nicht genügend um uns geschaut! Die finanzielle Krise des letzten Jahres scheint in den Köpfen langsam zu verschwinden, wir haben aber übersehen, dass viele Familien den finanziellen Ruin dabei erlitten haben. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass schon vor der Finanzkrise Lebensmittelknappheit in weiten Teilen der Welt herrschte. Beide Faktoren werden für viele Menschen verheerende Auswirkungen haben. Der Artikel im Economist hat mich wachgerüttelt, dass wir als Menschen, die täglich mit Nahrungsmitteln zu tun haben, auch die Verantwortung zu tragen haben, dass es zu keiner Verschwendung der Lebensmittel kommt und wir denen, die Hilfe brauchen, auch helfen. Eine Studie eines Journalisten der New York Times hat zu einem interessanten Ergebnis geführt: Wenn wir ein Foto von einem hungernden Kind sehen, ist die Bereitschaft zur Hilfe stark. Hält man uns ein Foto mit zwei oder mehreren Hungernden vor, sinkt die Hilfsbereitschaft stark ab. Wahrscheinlich sind wir schon so abgestumpft, dass wir eine solche Haltung einnehmen. Trotzdem müssen uns die Bilder aus dem Erdbebengebiet in Haiti zu einer Hilfsaktion für die geprüfte Bevölkerung bewegen. Der ehemalige Staatsekretär der USA Henry Kissinger hat bei der ersten Welternährungskonferenz in Rom 1974 die mutige Aussage getätigt, dass in zehn Jahren kein Kind dieser Welt hungrig zu Bett gehen muss. 36 Jahre sind seiher vergangen und bei einem UN-Treffen wieder in Rom musste festgestellt werden, dass jetzt eine Milliarde Menschen Hunger hat. Das sind für mich schockierende Tatsachen. Wie konnte es dazu kommen? Wie können wir solch ein Drama ignorieren? Sind wir mit unserem eigenen Leben so beschäftigt? Es ist empörend, dass im neuen Millennium noch nichts für eine bessere Zukunft unternommen wurde. Wir als Köche könnten helfen, ob es ein kleiner oder größerer Beitrag ist, wäre dabei nicht von großer Wichtigkeit. Aber eigentlich wären wir verpflichtet etwas zu tun, einige erstaunliche Projekte sind nämlich schon geglückt. Wir Köche haben täglich mit Nahrungsmitteln zu tun und sollten uns daher zusammenschließen und über alle Möglichkeiten der Hilfe nachdenken. Lebensmittelverschwendung ist ein Thema, das alle Länder der Welt erörternsollten. Der unvermindert starke Anstieg der Weltbevölkerung hat zur dramatischen Situation ebenso beigetragen wie die Tatsache, dass die Tourismusbranche zu einem der stärksten Wirtschaftsfaktoren überhaupt wurde. Wir Köche müssen uns der Tatsache bewusst sein, dass wir mehr Verantwortung als andere haben. Bei einer weiteren Lebensmittelverknappung wird man auf unsere Erfahrung zurückgreifen, wir müssen darauf vorbereitet sein. Mit gastronomischem Respekt und Freundschaft Gissur Gudmundsson |
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